Tonträger

Tracklist

1. Everybody's ska
2. Common rude boy
3. Tic toe
4. Monkey on my back
5. Slam
6. Skaska city
7. Caribbean band
8. En espanol
9. Pedro
10. Japanese rude boy
11. Blue beat
12. Masturbation
13. Ninja
14. Russia
15. Katjusha
16. Ska summer night
17. Perverted grandpa
18. Turn off your radio
19. L'italiano

 

BENUTS

Best Of ... Live!

VÖ: 21.01.2007
Label:
Wolverine Records
Web:
www.benuts.de

Ein Live-Best Of-Album einer relativ unbekannten Ska-Combo aus deutschen Landen – bei dieser kurzen Umschreibung der neuesten Veröffentlichung der beNuts sträubt sich die Feder schon fast fort zu fahren. Man muss sich die Fakten einmal vor Augen führen: Acht Jungs aus Bayern, das sicher nicht als das Mekka der sonnigen Ska-Klänge gilt, fassen den Beschluss, nach vier Langspielern ihre Diskografie durch ein Best Of-Album, das allseits beliebte Patentrezept für den schnellen Euro, aufzuwerten und realisieren diese Idee auch noch via Wolverine Records, der Plattenfirma, die durch halbgare Veröffentlichungen – man nehme beispielsweise die überflüssigen „From Punk To Ska“- oder „Punk Chartbusters“-Sampler – mehr schlecht als recht von sich reden macht. Sieht dementsprechend wohl nicht gut aus für die beNuts…

Das es sich jedoch nicht ziemt, das Buch nach dem Einband zu beurteilen, geben wir „Best Of…Live!“ eine faire Chance und müssen feststellen, dass dieses Album doch eine gewisse Legitimation besitzt. Denn gerade für Ska-Fans, denen die Münchener Band bisher noch nicht so geläufig gewesen ist, stellt diese Zusammenstellung eine durchaus gelungene Einstiegsdroge dar. Zünglein an der Waage ist die Tatsache, dass wir es hier mit einem Live-Album zu tun haben, es handelt sich demnach nicht um eine lieblose Verwurstung alter Studioversionen, sondern um den Mitschnitt eines – anscheinend gut besuchten – Konzertes, so geschehen am 29. April 2006 in der Westtorhalle zu Murnau.

Vorweggenommen sei, dass es den beNuts, speziell Produzent und Schlagzeuger Daniel Mauss, gelungen ist, die insgesamt 19 Songs in einen absolut passenden Sound erscheinen zu lassen. So hat Ska zu klingen. Und auch die Stimmung lässt wenig zu Wünschen übrig, ist sie doch durchweg positiv. Eine riesige Portion Gute-Laune-Ska in zünftigem Tempo lässt sich Reggae und einem kleinen Schuss Punkrock („L’italiano“) unterstützen, und nur zeitweise geht es eher relaxed zur Sache („Skaska City“, „Ska Summer Night“). Um die Stimmung noch zusätzlich anzuheizen, bedienen sich die beNuts zwischendurch an Teilen bekannter Nummern wie „Redemption Song“, „Take On Me“ oder „No Woman No Cry“. Gerade „Carribean Band“ strotzt vor bekannten Melodien, die ordentlich ins Tanzbein gehen.

„Best Of…Live“ schafft es, innerhalb von 73 Minuten alle Vorurteile zu entkräften. Fragt sich lediglich, warum statt des etablierten Sängers El Konno Robert Johnson auf diesem Album das Mikro schwingt? Im Bildzeitungs-Jargon müsste man mutmaßen, ob er vielleicht aus Angst vor einer Bauchlandung abstinent geblieben ist. Wäre er mal dabei gewesen…

15.01.2007 Jack