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TracklistCD I |
INFERNOPioneering Work
VÖ: 24.08.2007 Lange Jahre hält man dem Punkrock und dem Hardcore die Treue, und trotzdem klafft eine immense Bildungslücke im Musik-Sachverstand. Man geht davon aus, wissenstechnisch eine Menge auf dem Kasten zu haben, rühmt sich mit Kenntnissen über Bands wie Minor Threat und Discharge und geht davon aus, dass in deutschen Landen in den 80er Jahren so rein gar nichts am Start war. Und dann legt Destiny Records ein dickes Paket von einer Band namens Inferno vor und belehrt uns somit eines besseren. Der Name ist beziehungsweise war bei dieser Band, die seit 1992 inaktiv ist und bei der bis 1987 niemand geringerer als Ex-Terrorgruppe-Frontmann Archi Alert den Sechssaiter bearbeitet hat, durchaus Programm. Kompromisse dürfen andere Formationen gerne machen, Inferno hingegen waren dafür bekannt, ein beeindruckendes Feuerwerk an kurzen und furiosen Hardcore-Punk-Raketen abzuliefern – und das in 56-facher Ausführung, denn „Pioneering Work“ kompiliert das gesamte Schaffen des deutschen Genre-Vorreiters der 80er. Eine offizielle Würdigung dieses Schaffens schien Inferno dennoch verwehrt geblieben zu sein, obgleich unter anderem Anthrax-Glatzkopf Scott Ian die süddeutschen Krawallmacher als härteste und brutalste Hardcore-Band und maßgeblichen Einflussfaktor bezeichnet. Das lässt sich natürlich heute noch nachholen, denn was Inferno ihrerzeit abgeliefert haben, entbehrt jedem Zweifel. Mit Wut im Unterleib und einer irren Geschwindigkeit werden Songs vorgelegt, die äußerst selten die Zwei-Minuten-Grenze überschreiten. Rühmen sich zahlreiche Artgenossen mit einem durchgetretenen Gaspedal, so ließen sich Inferno davon wenig beeindrucken und brennen das Gefährt kurzerhand einfach ab wie es vergleichsweise einst die Straight Edge-Recken von Insted taten. Angesichts des hohen Alters der Musik lässt sich eine eher unterdurchschnittliche Soundqualität nicht abstreiten, aber diese verlangt auch niemand. Wer polieren möchte, kann das heute machen, Inferno haben sich vor rund 20 Jahren lieber mit dem Sprengsatz begnügt und sind damit sehr gut gefahren. „Pioneering Work“ ist ein absolut besitzenswertes Stück deutscher Musikgeschichte. 13.08.2007 Jack |
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